Cerundolo: "Ich hatte viel Glück"
Für Juan Manuel Cerundolo bedeutet der unerwartete Sieg eine absolute Premiere. Nie zuvor war der Argentinier bei einem Grand Slam über die 2. Runde hinausgekommen. Zudem befindet er sich erst zum zweiten Mal im Hauptfeld der French Open.
"Natürlich ist das hart für ihn. Ich hatte viel Glück", sagte Cerundolo, der mit seinem Überraschungssieg fast ein wenig überfordert wirkte: "Er tut mir leid, er hätte es verdient gehabt und ich hoffe, es geht ihm bald besser."

Jannik Sinner war als absoluter Top-Favorit ins Turnier gestartet. Der Südtiroler kämpfte sichtlich mit den Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Der 24-Jährige hatte in den Wochen zuvor nahezu unbewzingbar gewirkt und sich bei den Masters in Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid und Rom den Titel geholt.
Möglicher Turnierverlauf: Sinner-Drama ändert für Zverev alles
Sinner: "Schon beim Aufwachen nicht wohl gefühlt"
Sinner hatte in den vergangenen Jahren immer wieder bei hohen Temperaturen mit seinem Körper zu kämpfen gehabt. Gegen Cerundolo sah es zunächst so aus, als würden diese Sinner diesmal nichts anhaben können.
In der Anfangsphase präsentierte er sich spielfreudig und probierte verschiedene Varianten aus. Beim Stand von 6:3, 6:2, 5:7 folgte aber der große Einbruch.

Die Nummer eins der Welt suchte vemehrt den spärlichen Schatten auf dem Court Philippe-Chatrier auf. Schließlich nahm er gegen Ende des dritten Satzes eine medizinische Auszeit in Anspruch.
Dabei gab er an, dass ihm "schwindelig" sei. Sinner kehrte anschließend auf den Platz zurück, konnte im Anschluss aber nur noch zwei Games für sich entscheiden. Auch eine weitere längere Pause verschaffte nicht die nötige Abhilfe. Im vierten Satz musste er sich beinahe auf dem Court übergeben.
"Ich habe mich schon nicht wohl gefühlt, als ich heute Morgen aufgewacht bin", erzählte Sinner eine Stunde nach seinem Schock-Aus: "Ich habe versucht die Punkte kurzzuhalten und habe die Bälle gut getroffen. Aber dann bin ich gegen eine Wand gelaufen. Ich hatte keine Energie mehr. Es war ein schwerer Moment, aber das ist Sport."
Turnier neu durchgemischt
Immer wieder stützte er sich zudem auf seinem Schläger ab und versuchte, Rat in seiner Box einzuholen. Es half nichts: Nach insgesamt drei Stunden war auch der vierte Satz verloren. Sinner kämpfte verbissen, doch sein Körper ließ ihn auch im Anschluss im Stich.

Sinner war als erster Siegesanwärter nach Paris gereist. Im Vorjahr bremste ihn erst Carlos Alcaraz in einem epischen Finale aus – der Spanier fehlt in diesem Jahr verletzungsbedingt, was Sinners Chancen im Vorfeld noch einmal vergrößert hatte.
Das Bracket verspricht nach seinem sensationellen Ausscheiden ein spannendes Turnier. Novak Djokovic ist der einzige verbliebene Spieler im Turnier, der bereits einen Grand Slam für sich entscheiden konnte. Auch die Titelchancen von Alexander Zverev sind deutlich gewachsen. Hier findest du alle Informationen zum möglichen Verlauf der French Open 2026.
Match-Center: Sinner vs. Cerundolo
