Gregor Mühlberger hat bei der 75. Tour of Austria seine starke Form eindrucksvoll bestätigt. Der 32-jährige Niederösterreicher gewann am Donnerstag die 188,8 Kilometer lange Königsetappe von Bad Kleinkirchheim auf die Franz-Josefs-Höhe am Großglockner und feierte nach seinem Auftaktsieg bereits den zweiten Etappenerfolg bei der diesjährigen Rundfahrt.
Im Trikot des österreichischen Nationalteams setzte sich Mühlberger rund 4,5 Kilometer vor dem Ziel entscheidend von seinen Konkurrenten ab und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Nach 4:46:29 Stunden erreichte er das Ziel knapp eine Minute vor dem Briten James Shaw und dem US-Amerikaner Kevin Vermaerke.
Gesamtführung deutlich ausgebaut
Auch in der Gesamtwertung verschaffte sich der Niederösterreicher eine hervorragende Ausgangsposition. Vor den verbleibenden drei Etappen führt er nun 1:31 Minuten vor Vermaerke, der Niederländer Bauke Mollema liegt bereits 1:41 Minuten zurück.
Nach seinem Triumph zeigte sich Mühlberger überwältigt. „Es ist unheimlich schön. Es ist vielleicht ein kleines Danke, das ich zurückgeben kann an all die Begleiter und Fans, die mich schon beim Giro so unterstützt haben. Als Österreicher bei der Tour of Austria im Leader-Trikot durch Österreich zu fahren ist absolut bezaubernd.“
Geduldig gewartet, perfekt attackiert
Die Königsetappe entwickelte sich zunächst wie erwartet. Nach zahlreichen Angriffen setzte sich eine neunköpfige Spitzengruppe ab, deren Vorsprung bis kurz vor den Schlussanstieg jedoch kontinuierlich schmolz.
Am Großglockner verschärfte das Team Ineos das Tempo. Mühlberger blieb den Attacken seiner Konkurrenten souverän auf den Fersen und wartete geduldig auf den richtigen Moment. Als sich die Favoritengruppe verkleinerte, setzte der Niederösterreicher seine entscheidende Attacke und fuhr solo dem Etappensieg entgegen.
„Ich wollte nicht zu früh gehen. Es war aber auch nicht leicht, weil sie probiert haben, mich zu attackieren. Auf den letzten vier Kilometern habe ich probiert, meine Chance zu nutzen. Ich bin dann Gott sei Dank allein bis zum Ziel gekommen.“
Von einer Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg wollte der 32-Jährige dennoch nichts wissen.
Am Freitag wartet bereits die dritte Etappe über 189 Kilometer von Lienz nach St. Johann im Pongau, ehe die Tour of Austria am Sonntag traditionell in Wien endet.
