Seinen etwas komplizierten Vornamen hört Nathaniel Brown kaum noch. Schon im frühen Kindesalter gab ihm seine Mutter den Rufnamen "Nene".
"Weil mein Name so lang ist und ihn viele Leute nicht aussprechen können", erklärte der Nationalspieler – Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen.
Vor dem letzten WM-Test ist sein Name – in Kurz- wie in Langform – plötzlich in aller Munde. Ein Wechsel zum FC Bayern steht im Raum.

Platz in der DFB-Startelf?
Seitdem der mittlerweile 22-Jährige im Sommer 2024 vom 1. FC Nürnberg zu Eintracht Frankfurt gewechselt ist, hat er sich kontinuierlich weiterentwickelt. In der abgelaufenen Saison ist ihm endgültig der Durchbruch gelungen. Bei der SGE ist er mittlerweile unumstrittener Stammspieler, entwickelte er sich in bemerkenswertem Tempo zu einem Außenverteidiger auf Top-Niveau.
Kein Wunder, dass er neben dem Interesse aus München mittlerweile auch leise Startelf-Ambitionen in der deutschen Nationalmannschaft anmeldet. "Natürlich rechne ich mir Chancen aus", sagte Brown vor der WM-Generalprobe gegen die USA in Chicago am Samstag (20:30 Uhr MESZ/RTL): "Mal schauen, ob ich spiele oder nicht."
Match-Center: USA vs. Deutschland
Wertvolle Tipps von Rivale Raum
Seine Hoffnungen sind berechtigt. Vor den März-Länderspielen in der Schweiz und gegen Ghana schien die Rollenverteilung klar: Brown ist der Ersatzmann für den gesetzten David Raum.
Doch mit starken Auftritten und seiner Mischung aus Schnelligkeit, Zweikampfstärke und Flexibilität sammelte der Deutsch-Amerikaner Argumente für eine größere Rolle. Dass sein Konkurrent von RB Leipzig beim Spiel gegen Finnland (4:0) angeschlagen war, kam ihm zugute.

Die Rivalen verstehen sich aber "sehr gut", versicherte Brown, "er gibt mir ab und zu Tipps, weil er älter ist und mehr Erfahrung hat". Der routinierte Standardspezialist Raum hat die Nase bei Julian Nagelsmann aktuell knapp vorne.
Brown würde aber auch eine Rolle als Back-up vorbildlich ausführen: "Natürlich will ich spielen, aber wir haben ein großes Ziel. Da müssen Egos hinten anstehen. Wenn er spielt, werde ich ihn unterstützen und pushen."
Mega-Ablöse im Gespräch
Mit seinem guten Gesamtpaket hat Brown längst auch die Aufmerksamkeit des FC Bayern und von Trainer Vincent Kompany auf sich gezogen. Mit ihm soll Brown bereits ein positives Gespräch geführt haben und nun laut Medienberichten einen Wechsel in diesem Sommer anstreben. Bis 2030 besitzt er noch Vertrag in Frankfurt, die angeblich geforderte Ablösesumme von 60 Million Euro ist stolz.
Der Jungstar hielt sich bedeckt und schob die Gerüchte von sich weg. "Mich beeinflusst das nicht", sagte "Nene": "Mein Fokus ist voll auf der Nationalmannschaft, und ich freue mich, bei der WM dabei zu sein."
