Österreich startete engagiert in den letzten Test vor dem WM-Auftakt gegen Jordanien und übernahm von Beginn an die Kontrolle. Die erste Chance gehörte Marcel Sabitzer, dessen Abschluss jedoch zu zentral ausfiel (4.). Die Nordafrikaner zeigten sich allerdings brandgefährlich und trafen innerhalb weniger Minuten gleich zweimal Aluminium. Zunächst setzte Hannibal einen Freistoß an die Latte (12.), wenig später lenkte Firas Chaouat den Ball an die Stange (18.).
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Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, ehe sie kurz vor der Pause eine entscheidende Wendung nahm. Konrad Laimer verhinderte nach Ansicht des Schiedsrichters mit einem Handspiel eine klare Torchance. Nach Videostudium zeigte Jérémie Pignard die Rote Karte (38.). „Man kann davon ausgehen, dass es weitestgehend die Elf sein wird, die auch gegen Jordanien starten wird“, hatte Teamchef Ralf Rangnick vor dem Spiel angekündigt. Umso bedeutender war die Aufgabe, die seine Mannschaft nun mehr als 50 Minuten in Unterzahl zu bewältigen hatte.
Österreich beweist Moral in Unterzahl
Trotz numerischer Unterlegenheit präsentierte sich die Rangnick-Elf auch nach dem Seitenwechsel mutig. Der eingewechselte Sasa Kalajdzic verpasste die Führung nur knapp, ehe Österreich seine beste Phase der Partie entwickelte.
Belohnt wurde diese in der 63. Minute. Carney Chukwuemeka schickte Stefan Posch auf die Reise, der den Ball ideal zur Mitte spielte. Sabitzer blieb cool und schob zum 1:0 ein. Es war der verdiente Lohn für einen couragierten Auftritt der ÖFB-Auswahl.
Nur wenige Minuten später hätte Österreich sogar erhöhen können. Zunächst traf Marco Friedl die Stange, den Nachschuss setzte Posch an die Latte (66.). Die Führung blieb deshalb knapp, geriet aber kaum mehr ernsthaft in Gefahr.
Mit Rückenwind zur Weltmeisterschaft
Die Tunesier fanden auch in Überzahl kaum Mittel gegen eine disziplinierte österreichische Defensive. Die Mannschaft verteidigte konzentriert und ließ bis zum Schlusspfiff nur wenige gefährliche Aktionen zu. In der Nachspielzeit hatte Sabitzer sogar noch das 2:0 auf dem Fuß, wurde jedoch im letzten Moment entscheidend gestört.
Damit feierte Österreich den dritten Sieg im dritten Länderspiel des Jahres 2026 und baute seine beeindruckende Heimserie auf 14 ungeschlagene Partien aus. Kapitän David Alaba hatte bereits vor der Partie betont: „Wir wollen nicht nur unsere Ziele erreichen, sondern auch ein Stück weit Geschichte schreiben.“

Mit diesem Erfolgserlebnis im Gepäck kann die ÖFB-Auswahl nun selbstbewusst die Reise in die USA antreten. Nach zwei freien Tagen bezieht das Team am Donnerstag sein Basecamp in Santa Barbara, ehe am 17. Juni gegen Jordanien das Abenteuer Weltmeisterschaft beginnt. Gegen Argentinien und Algerien warten danach weitere große Herausforderungen auf die Mannschaft von Ralf Rangnick.
Die Stimmen zum Spiel
Ralf Rangnick: "Wir haben es uns in der ersten Halbzeit selber schwer gemacht, das hat mir nicht so gut gefallen. Wir haben nicht sauber gespielt. Die zweite Hälfte hat mir dann sehr gut gefallen. Wir waren dem zweiten Tor näher als Tunesien dem Ausgleich. Das haben die Jungs richtig gut gemacht. Auch die beiden Youngsters, Carney und Paul, haben es gegen den Ball richtig gut gemacht."
Marcel Sabitzer: "Wir haben in der Halbzeit ein paar Dinge angepasst, uns neu ausgerichtet. Es war kein Weltspiel, aber den Umständen entsprechend war es ordentlich. Wir müssen gegen tiefstehende Gegner variabler spielen, den Ball besser zirkulieren lassen. Wir brauchen einen guten Mix zwischen Ballbesitz und Pressing. Wenn wir das draufhaben, sind wir eine sehr gute Mannschaft."
Marko Arnautovic: "Wir wollten das Spiel gewinnen, das haben wir getan. Jetzt gehen wir mit einem positiven Gefühl nach Amerika. Dass es mein letztes Spiel in Wien sein könnte, daran habe ich nicht gedacht. Ich bin voll auf die WM fokussiert. Danach werde ich sicher nochmal kommen, um mich zu verabschieden."
David Alaba: "Wir fliegen mit einem guten Gefühl in die USA. Wir haben gezeigt, dass wir auch mit einem Mann weniger gut spielen können. Dementsprechend sind wir zufrieden mit unserer Leistung. Der Spirit in der Mannschaft ist ein großes Plus, aber auch die Qualität gepaar mit dem Teamgeist. Wir sind schwer zu schlagen."
