Die Fans schmetterten mit Tränen in den Augen die ultimative Fußballhymne, aus den Boxen des Millerntorstadions dröhnte "You`ll Never Walk Alone" – doch Alexander Blessin konnte den ungebrochenen Zuspruch des treuen Anhangs auf der Ehrenrunde des FC St. Pauli nicht wirklich genießen. "Ich hatte die totale Leere im Kopf und habe nicht viel mitbekommen", sagte der Trainer hinterher.
Gut möglich, dass Blessin in den emotionalen Momenten nach dem 1:3 (0:1) im Abstiegsendspiel gegen den VfL Wolfsburg schon Abschied genommen hat. Seine Zukunft beim Kiezklub ließ er offen.

"Das ist jetzt kein Thema. Bei aller Liebe", sagte Blessin bei Sky. Den letzten Spieltag, das war dem Schwaben deutlich anzumerken, hatte er sich anders vorgestellt. Statt mit St. Pauli den Rettungsanker Relegation zu feiern, geht es nach nur zwei Jahren zurück in Liga zwei.
"Es tut wahnsinnig weh, aber man muss es akzeptieren, wenn man am 34. Spieltag dort steht. Es ist ein bitterer Moment für den Klub, aber es geht trotzdem weiter", sagte Blessin.
Match-Center: St. Pauli vs. Wolfsburg
Vasilj-Abschied steht bereits fest
Ob mit ihm oder nicht: Dem Kiezklub steht im Sommer ein Umbruch bevor. Mit Torhüter Nikola Vasilj hat sich am Samstagabend bereits ein Leistungsträger abgemeldet. Für die Mission Wiederaufstieg wird der gegen Wolfsburg bis zu seinem bitteren Eigentor einmal mehr überragende Bosnier definitiv nicht zur Verfügung stehen.
Wechselt Blessin nach Wolfsburg?
Blessin wird sich dagegen in den kommenden Tagen mit St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann darüber unterhalten, ob und wie es weitergeht. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass er als Trainer den Neuanfang in Wolfsburg moderieren könnte.

