Deutscher Skiverband reagiert auf NoKo-Aus: "Schwer nachvollziehbar"

Der Deutsche Skiverband kann die Entscheidung nicht verstehen
Der Deutsche Skiverband kann die Entscheidung nicht verstehenČTK / imago sportfotodienst / christian heilwagen

Das Nein des IOC zur Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen 2030 hat beim Deutschen Skiverband (DSV) für Verstimmung gesorgt. Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees vom Dienstag sei "aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar", sagte Andreas Schlütter, Vorstand Sport im DSV, in einer Verbandsmitteilung.

Die Nordische Kombination sei "eine unserer Kerndisziplinen und hat den nordischen Skisport über viele Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt", erklärte der frühere Skilangläufer: "Gleichzeitig kommt diese Entwicklung nicht völlig überraschend." Die Nordische Kombination - seit der Winterspiele-Premiere 1924 dabei - war länger schon beim IOC auf dem Prüfstand, auch weil die Frauen nur sehr langsam Zugang in die Sportart fanden, erst seit 2020 gibt es bei den Kombiniererinnen Weltcuprennen, 2021 kam es zur WM-Premiere.

Comeback nicht ausgeschlossen

Das IOC begründete das Aus für die Spiele in vier Jahren in den französischen Alpen u.a. mit mangelnder Beliebtheit bei den Zuschauern, bei elf von 14 "Popularitätsindikatoren" habe die NoKo bei den Spielen von Mailand/Cortina im vergangenen Februar den letzten Platz belegt. Dennoch schloss IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eine Rückkehr bereits 2034 in Salt Lake City nicht kategorisch aus.

Schlütter erklärte, man müsse die Entscheidung analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen: "Dabei werden wir auch bewerten müssen, welche Auswirkungen sie mittel- und langfristig auf unsere Förderstrukturen haben kann." Der DSV wolle aber die Kombination "weiterhin engagiert begleiten und ihr auch künftig eine sportliche Perspektive bieten". Unabhängig vom olympischen Status verfüge die Sportart weiterhin über ein etabliertes internationales Wettkampfsystem mit Weltcups und Weltmeisterschaften, für den DSV bleibe sie damit "ein fester Bestandteil des nordischen Skisports".