"Es ist die erste Medaille seit 60 Jahren, die beste WM auf fremden Boden", sagte Tuchel nach dem 6:4 (4:0) gegen Frankreich: "Ich hoffe, dass die Spieler darauf stolz sind. Vor 18 Monaten haben wir das größte Ziel ausgerufen, wir waren sehr, sehr ambitioniert."
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Dass es nicht für den Titel gereicht habe, sei "sehr schmerzhaft", der Schmerz werde "vergehen, aber die Narbe bleibt". Tuchel lobte seine Mannschaft, die "etwas ganz Besonderes geschaffen und das erneut gezeigt hat". Er richtete ein "massives Kompliment für die Mentalität" an sein Team. "Das", fügte Tuchel an, "war absolut brillant."
Tuchel in der Kritik
Das Spektakel beim Abschied von Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps hatte ihm nochmal alles abverlangt. "Es ist schwierig, das reicht für vier Spiele", sagte Tuchel. Das Happy End war auch für ihn eine Genugtuung nach der heftigen Kritik der vergangenen Tage.
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Dennoch blieb das Gefühl, dass für diese starke Mannschaft mit den Superstars Harry Kane und Bellingham mit besseren Trainerentscheidungen und etwas Glück noch mehr möglich gewesen wäre. Tatsächlich hatte ja nicht viel gefehlt, um erstmals seit 1966 wieder ins WM-Endspiel einzuziehen, im Halbfinale gegen Argentinien brach England ganz spät ein. Das bittere 1:2 gegen Lionel Messi, das Experten, Fans und Medien Tuchel ankreideten, kostete dem 52-Jährigen eine Menge Kredit.
Bronze als versöhnlicher Abschluss einer starken WM
Das spürte Tuchel auch am Abend vor dem Duell mit Frankreich. Die Pressekonferenz, die er dort geben musste, "hat sich angefühlt, als wären wir in der Gruppenphase ohne Sieg rausgeflogen", sagte er: "24 Stunden später haben wir den größten Erfolg seit 60 Jahren." Es helfe also, alles immer in Relation zu setzen.

Umso wichtiger war dieser Erfolg im kleinen Finale gegen Frankreich. "Es war die perfekte Gelegenheit zu sehen, ob Tuchel aus der Niederlage in Atlanta gelernt hatte", schrieb der Telegraph: "Diesmal beendete England die Partie mit genauso vielen Angreifern wie Verteidigern auf dem Platz. Sie retteten sich gerade noch so auf den dritten Platz. Ein kleiner Fortschritt."
"Das war der erste Schritt"
Tuchel hob derweil erneut die Leistung der Mannschaft hervor. "Vor acht Jahren waren die Franzosen Weltmeister. Vor vier Jahren standen sie im Finale. Es gibt einen kleinen Rückstand, aber das ist kein Problem", sagte Tuchel: "Wir wollen ihn aufholen. Wir haben sie geschlagen, das war der erste Schritt."
Weitere müssen folgen, schließlich ist nach der WM vor der Heim-EM: 2028 soll es in England endlich klappen mit dem ersten großen Titel für das Mutterland des Fußballs seit dem WM-Triumph 1966. Auch dann wird Tuchel wieder das größte Ziel ausrufen. Wenn er darf.
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