Gregor Mühlberger hat die 75. Tour of Austria für sich entschieden. Der 32-jährige Niederösterreicher verteidigte auf der abschließenden Etappe über 109 Kilometer von Langenlois nach Wien seine Gesamtführung souverän und feierte als erster Österreicher seit Riccardo Zoidl im Jahr 2013 den Gesamtsieg bei der Heimrundfahrt.
Für den Triumph genügte Mühlberger ein 52. Platz im Hauptfeld. Der Tagessieg ging im Sprint an den Briten Sam Watson, Patrick Konrad sprintete als bester Österreicher auf Rang drei.
In der Gesamtwertung setzte sich Mühlberger mit 1:25 Minuten Vorsprung auf den US-Amerikaner Kevin Vermaerke durch. Zweitbester Österreicher wurde Philipp Hofbauer auf Gesamtrang 14.
Nach der Zieleinfahrt zeigte sich Mühlberger überwältigt: „Es ist ein irrsinnig gutes Gefühl. Danke noch einmal an das Team. Nachdem wir den Tag so gut rübergebracht haben, werden wir allen Grund haben, heute zu feiern.“
Der Niederösterreicher machte keinen Hehl daraus, dass der Rundfahrtsieg von Beginn an sein erklärtes Ziel gewesen war.
„Es war mein Plan, die Rundfahrt zu gewinnen. Ich bin nicht hergekommen, um Top Ten oder Top Fünf zu werden. Ich bin in Topform und habe in der Vorbereitung für die Tour de France alles richtig gemacht. Deshalb freut es mich, dass ich das hier bestätigen konnte.“
Erster Start-Ziel-Sieg seit Jahrzehnten
Mühlberger dominierte die Rundfahrt von Beginn an. Nach seinem Solosieg auf der Auftaktetappe übernahm er das rote Trikot des Gesamtführenden und gab es bis Wien nicht mehr ab. Mit seinem Triumph am Großglockner legte er den Grundstein für den Gesamtsieg.
Damit gelang ihm als erst zweitem Österreicher nach Roman Humenberger (1971) ein Start-Ziel-Sieg bei der Österreich-Rundfahrt.
Emotionale Antwort auf Tour-Enttäuschung
Der Erfolg besitzt für Mühlberger eine besondere Bedeutung. Eigentlich hatte der Niederösterreicher für Decathlon bei der Tour de France starten sollen. Trotz intensiver Vorbereitung entschied sich sein Team kurzfristig gegen eine Nominierung.
„Ich war mental zerstört. Dann habe ich die Chance bekommen, mit einem super Nationalteam hier an den Start zu gehen. Die Heimrundfahrt zu gewinnen ist mein schönster Erfolg – auch weil es eine so große Teamleistung war.“
Auf Anregung seiner Frau entschied sich Mühlberger stattdessen für einen Start im Trikot des österreichischen Nationalteams – eine Entscheidung, die mit zwei Etappensiegen und dem Gesamterfolg eindrucksvoll belohnt wurde.
