"Finnland und Tschechien sind uns dicht auf den Fersen", sagte Sportdirektor Felix Bitterling vor dem Auftakt der Rennen in Estland besorgt, weshalb "eines der großen Ziele für die restliche Saison" sei, den fünften Platz zu verteidigen, so der 48-Jährige. Denn sowohl Finnland (4668) als auch Tschechien (4666) sind auf Tuchfühlung zu Deutschland, das bislang in 17 von 21 Wettkämpfen 4759 Punkte sammelte.
Selbst Rang fünf wäre bereits ein historisch schwaches Ergebnis. Seit Beginn der digitalen Datenerfassung der Internationalen Biathlon Union (IBU) in der Saison 1999/2000 schnitten die Skijägerinnen im Nationenvergleich nie schlechter als Platz vier ab. Ab Mitte der 2000er dominierte das DSV-Team, angeführt von Kati Wilhelm und Andrea Henkel, die Wertung gar mit sechs ersten Plätzen in Folge.
Was passiert in Otepää?
Ein Platz weniger würde bedeuten, dass sich eine junge deutsche Athletin ab dem kommenden Winter nicht auf der Weltcup-Bühne beweisen kann. So, wie es unter anderem Toptalent Marlene Fichtner in der letzten Woche getan hatte. Mit Platz vier und fünf in den Einzelrennen von Kontiolahti freute sich die 22-Jährige zunächst über Karrierebestleistungen, ehe ihr Staffel-Blackout mit einem fehlenden Nachlader und dem historisch schlechten 16. Rang folgte.
"Natürlich hat uns das Vorkommnis in der Damenstaffel mit der zweiminütigen Zeitstrafe sehr wehgetan", gab Bitterling mit Blick auf die Nationenwertung zu, in der zumindest die Männer vor den letzten beiden Weltcup-Stationen auf einem relativ sicheren vierten Platz stehen.
In Otepää beginnen am Donnerstag die Männer um Philipp Nawrath mit dem Sprint, tags darauf folgen Fichtner und ihre Teamkolleginnen. Am Samstag stehen im Tehvandi Biathlon Stadium die Verfolger an. In der Anlage werden 2027 die Weltmeisterschaften ausgetragen. "Wir freuen uns auf eine gute Atmosphäre und wollen die Rennen gleichzeitig bestmöglich als Test mit Blick auf die WM 2027 nutzen", sagte Bitterling – doch der Druck bei den Frauen ist groß.
