Keine der beiden Nationen hat bislang die erwartete Leistung abgerufen, doch beide verfügen über genügend Offensivqualität, um es unter die letzten Vier geschafft zu haben.
Zum Match-Center: England vs. Argentinien
Eine deutliche Schwachstelle sowohl bei England als auch bei Argentinien ist jedoch die überraschend schwache Form ihrer Torhüter. Jordan Pickford und Emiliano Martinez galten auf internationaler Bühne lange als verlässliche Größen, doch bei der WM 2026 blieben beide bislang unter ihren Möglichkeiten – ihre Form am Mittwochabend könnte entscheidend dafür sein, welches Team ins Finale einzieht.
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko.
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Pickford braucht einen Aufschwung
Everton-Schlussmann Pickford zählt seit fast einem Jahrzehnt zu den besten Akteuren der Three Lions bei großen Turnieren, doch in Nordamerika tut er sich schwer und hat aktuell mit 6,4 die niedrigste Durchschnittsbewertung aller Spieler mit nennenswerter Einsatzzeit im Kader.
Statistisch gesehen liegt sein Wert bei verhinderten Toren bei -2,4 – der zweitschlechteste Wert aller Torhüter des Turniers mit mehr als 270 Minuten Einsatzzeit. Das bedeutet, dass England theoretisch fast 2,5 Gegentore mehr kassiert hat, als es den Chancen nach hätte sein müssen.
Auch wenn ihm keine groben Patzer unterlaufen sind, hat er Tore kassiert, die er normalerweise gehalten hätte – etwa das erste Tor von Kroatien, den Überraschungstreffer der DR Kongo oder die glückliche Führung von Norwegen.
Von 18 Schüssen auf sein Tor musste Pickford sechs passieren lassen und konnte zwölf parieren. Zudem unterlief ihm ein Fehler, der zu einem Schuss (vs. Norwegen) und einer, der zu einem Gegentor (vs. DR Kongo) führte.

Seine beiden Zu-Null-Spiele musste er kaum aktiv verteidigen – gegen Panama musste er nur zwei Schüsse abwehren, gegen Ghana kam kein einziger Schuss auf sein Tor.
Beim Sieg gegen Mexiko zeigte Pickford mit zwei herausragenden Paraden gegen Raul Jimenez wieder seine Klasse und überzeugte zudem mit mutigem Herauslaufen in der Schlussphase.
Der 32-Jährige hat im Turnierverlauf zehn Faustabwehren gezeigt – die zweitmeisten aller Torhüter und deutlich über dem Turnierschnitt von 2,6. Das spricht für eine proaktive Strafraumbeherrschung, doch sein Spiel wirkt oft unberechenbar, wie gegen Norwegen, als einige schwache Faustabwehren ungestraft blieben.
Pickfords Spieleröffnung zielt meist auf lange Bälle zu Englands gefährlichen Offensivspielern Harry Kane und Jude Bellingham – mit wechselndem Erfolg, was bei langen Pässen jedoch nicht ungewöhnlich ist.
Die Nummer eins der Three Lions zeigte in diesem Sommer einige beunruhigende Anzeichen und muss gegen Argentinien wieder zu alter Stärke finden.

Martinez in der Krise
Auch Argentiniens Torwart Martinez war in den vergangenen Jahren eine der zuverlässigsten Stützen seines Teams. Im WM-Finale 2022 spielte er eine Hauptrolle – unter anderem mit einer spektakulären Parade in der Schlussphase, die das Elfmeterschießen ermöglichte, sowie einem gehaltenen Strafstoß in diesem, das Argentinien den Titel brachte.
Umso überraschender ist es, dass er sich im aktuellen Turnier kaum durchsetzen konnte und im Schnitt nur eine Flashscore-Note von 6,6 erhält – der zweitschlechteste Wert im argentinischen Kader.

Ähnlich wie Pickford weist auch er eine enttäuschende Statistik bei verhinderten Toren auf: -1,52 – das bedeutet, dass mindestens ein Gegentor von Martinez hätte verhindert werden müssen.
Auch er hat sechs Gegentore kassiert, allerdings bei nur 14 Schüssen auf sein Tor – das heißt, die Gegner treffen gegen Martinez fast mit jedem zweiten Versuch. Seine beiden Zu-Null-Spiele waren ebenfalls wenig sein eigener Verdienst: Gegen Algerien musste er keinen einzigen Schuss abwehren, gegen Österreich nur einen.
Martinez kann bei seinen Aktionen im eigenen Strafraum und beim Herauslaufen etwas verlässlichere Werte vorweisen. Bei diesen Aktionen er bislang keine Fehler gemacht, allerdings kommen diese Situationen deutlich seltener vor, was darauf hindeutet, dass er dazu durchaus in der Lage ist, aber seltener von seiner Linie kommt als Pickford.
In puncto Spieleröffnung verteilt Martinez seine Pässe häufiger nach links, um auf der gegenüberliegenden Seite Platz für Lionel Messi zu schaffen.

Steigerung für Final-Einzug nötig
Vor dem Duell am Mittwoch ist eines klar: Beide Torhüter müssen sich steigern, wenn sie das Finale erreichen und dort bestehen wollen.
Spanien hat sich nach dem Sieg gegen Frankreich bereits für das Endspiel qualifiziert und im gesamten Turnierverlauf nur ein einziges Gegentor kassiert. Es überrascht daher nicht, dass der 29-jährige Unai Simon die Torhüterstatistiken anführt. Der Spanier hat elf von zwölf Schüssen auf sein Tor pariert und kommt auf eine durchschnittliche Flashscore-Bewertung von 7,0.
Ein verlässlicher Torwart ist ein entscheidender Faktor für jede erfolgreiche Nationalmannschaft – und sowohl Pickford als auch Martinez müssen in den verbleibenden Spielen der WM 2026 eine Schippe drauflegen.

