Ehrliche Einblicke: Kolumbien-Star James Rodríguez als Star von neuer Netflix-Doku

James Rodriguez spielt inzwischen in der MLS für Minnesota United.
James Rodriguez spielt inzwischen in der MLS für Minnesota United.ELLEN SCHMIDT / GETTY IMAGES VIA AFP

In einer neuen Netflix-Dokumentation blickt der kolumbianische Offensivstar James Rodríguez offen auf die prägendsten Phasen seiner Karriere zurück. Die Produktion mit dem schlichten Titel "James" zeigt eine überraschend verletzliche Seite des Mittelfeldspielers – fernab des schillernden Star-Images, das ihn im internationalen Fußball seit Jahren umgibt. Der Spielmacher spricht ungeschminkt über die enormen Opfer, die er schon in jungen Jahren für den Erfolg bringen musste, und erinnert sich an die Einsamkeit sowie den mentalen Druck nach seinem frühen Wechsel von Kolumbien nach Argentinien.

Besonders bewegend sind dabei seine Erinnerungen an die Anfangszeit beim argentinischen Club CA Banfield. James gesteht, in jenen Monaten unter starkem Heimweh gelitten und sogar kurz vor dem Abbruch seiner Zelte gestanden zu haben. Gleichzeitig betont er jedoch, dass der körperlich betonte Fußball in Argentinien seinen Charakter geformt und die Physis gestärkt habe – eine essenzielle Schule für seinen späteren Durchbruch in Europa.

Ein zentrales Thema der Serie ist auch der immense mediale Druck, der nach seinem fulminanten Aufstieg zum Weltstar bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auf ihm lastete. James schildert, wie der plötzliche Ruhm sein Leben auf den Kopf stellte und wie schwer es war, permanent mit öffentlicher Kritik, sportlichen Rückschlägen und den riesigen Erwartungen im Verein sowie der Nationalelf umzugehen. Die Dokumentation macht spürbar, dass hinter dem Ausnahme-Talent ein Profi steckte, der sich oft zutiefst missverstanden fühlte.

James über schwierige Beziehung zu Benitez

Auch seine Stationen bei europäischen Schwergewichten wie Real Madrid und dem FC Bayern München werden reflektiert. James räumt ein, dass das Verhältnis zu manchen Trainern von Frustration und Spannungen geprägt war, sieht diese Phasen rückblickend jedoch als wertvolle Reifeprozesse. Ergänzt wird dieses Bild durch Weggefährten und Fußballgrößen, die den Stellenwert seiner Laufbahn einordnen.

Besonders deutlich wird James bei der Personalie Rafael Benítez: "Vom ersten Tag an gab es so etwas wie einen Zusammenprall. Mir gefiel seine Philosophie nicht, und ihm vermutlich meine nicht. Es gab da einfach diese Reibungen."

Am Ende zeichnet "James" das differenzierte Porträt eines Sportlers, der sich trotz Zweifeln, Kritik und Rückschlägen immer wieder zurückkämpfen musste. Abseits von Toren und Titeln zeigt die Produktion einen nahbaren Menschen, getrieben von Disziplin, Resilienz und dem unbedingten Stolz, sein Heimatland auf der größten Fußballbühne zu repräsentieren.