Zehnter Titel der Vereinsgeschichte: Cruz Azul krönt sich zum Meister in Mexiko

Cruz Azul ist Meister des mexikanischen Fußballs.
Cruz Azul ist Meister des mexikanischen Fußballs.ALFREDO ESTRELLA / AFP

An einem glanzvollen Abend drehte der mexikanische Topklub Cruz Azul in der Ciudad Universitaria einen Rückstand und krönte sich zum Meister. Gegner Pumas gingen am Ende sichtlich die Luft und die Mittel aus. Das Team von Joel Huiqui sicherte sich damit den zehnten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Für einen Fan gibt es wohl kein größeres Kompliment, als wenn die eigene Mannschaft auf dem Platz genau die Leidenschaft widerspiegelt, die man selbst für den Verein empfindet. Genau das hat Cruz Azul in der Clausura 2026 eindrucksvoll geschafft. Angeführt von einem überragenden Carlos Rotondi im Final-Rückspiel gegen Pumas holte das Team den zehnten Titel der Klubgeschichte.

Zum Match-Center: UNAM Pumas vs. Cruz Azul

Die Mannschaft von Joel Huiqui trotzte dabei einem Pumas-Team, das mit der geballten Wucht seiner Fans ins Estadio Universitario gekommen war. Die Gastgeber wollten den achten Stern ihrer Geschichte einfahren und eine 15-jährige Durststrecke in der Liga MX beenden. Doch der Elan der Pumas reichte letztlich nicht gegen ein mental starkes Cruz Azul, das die Partie innerhalb von 45 Minuten komplett auf den Kopf stellte.

Cruz Azul war sich bewusst, dass ein frühes Tor nötig sein würde, um den emotionalen Schwung der leidenschaftlichen Tribünen zu bremsen. Wie schon im Hinspiel setzten sie Pumas von Beginn an unter Druck. Doch wie in einem Déjà-vu stand ihnen immer wieder ein überragender Keylor Navas im Weg – der Keeper hatte schon im ersten Duell dafür gesorgt, dass nach 90 Minuten die Null stand.

Pumas-Coach Juárez blieb davon unbeeindruckt. Mit der nötigen Erfahrung aus großen K.-o.-Spielen forderte er von seinen Spielern Ruhe gegen den blauen Ansturm und verlangte, strikt am Matchplan festzuhalten. Anders als unter der Woche stand diesmal Adalberto Carrasquilla in der Startelf und bestimmte das Tempo der Universitarios.

Inmitten dieser emotionalen Achterbahnfahrt – angetrieben von einem unermüdlichen Mittelfeld und vier Paraden von Navas im ersten Durchgang (eine davon absolute Weltklasse) – schlug Pumas eiskalt zu: In der 30. Minute schnappte sich Robert Morales den Ball am Strafraumrand und versenkte ihn im Gehäuse von Kevin Mier. Das legendäre CU explodierte förmlich vor Leidenschaft. Die 1:0-Pausenführung war der verdiente Lohn für die taktische Ausrichtung von Juárez.

Rotondi, der Mann des Spiels

Mit der Last von fast fünf titellosen Jahren im Gepäck kam Cruz Azul aus der Kabine – fest entschlossen, die Partie dank des tieferen und erfahreneren Kaders noch zu drehen. Vor allem wollte das Team das ungeliebte Image ablegen, in entscheidenden Momenten auf kuriose Weise Titel zu verspielen.

Joel Huiqui, der erst am letzten Spieltag der regulären Saison seine große Chance als Cheftrainer bekam und in sieben Partien ungeschlagen blieb, bewies ein glückliches Händchen. Er setzte voll auf Carlos Rotondi. Der argentinische Flügelspieler ist längst zum absoluten Fanidol gereift – und von ihm kam in der 54. Minute die scharfe, flache Hereingabe, die Duarte unglücklich ins eigene Tor lenkte. Die Hoffnung der mitgereisten Fans war schlagartig zurück.

Der emotionale Schock dieses Eigentors leitete eine halbe Stunde des Schreckens für Pumas ein. Erst folgten die verletzungsbedingten Auswechslungen der beiden Schlüsselspieler Duarte und Carrasquilla, dann ein berechtigter Platzverweis gegen Uriel Antuna. Geschwächt und ohne Offensivakzente zog sich das Heimteam tief in die eigene Hälfte zurück, um sich irgendwie ins Elfmeterschießen zu retten und dort alles auf Keylor Navas zu setzen.

Doch der Plan von Juárez wurde von der spielerischen Klasse und der Wucht Cruz Azuls überrollt, das die Partie nun komplett kontrollierte. Als hätte das Schicksal eine alte Rechnung beglichen, traf ausgerechnet Rotondi in der 94. Minute: Mit einer Drehung, die jedem echten Neuner zur Ehre gereicht hätte, erzielte er den Last-Minute-Siegtreffer. Der ekstatische Jubel der Cruz-Azul-Anhänger hallte durch das ganze Land.

Nach dem Abpfiff blieb den Pumas nur der Stolz auf eine kämpferische Leistung. Die Spieler von Cruz Azul feierten derweil ausgelassen mit ihren Fans in der Stadionkurve. Es waren Szenen voller Tränen, Erleichterung und purer Freude – und der Stolz über den zehnten Titel in der großen und bewegten Vereinsgeschichte des Klubs.