Gary Lineker sorgte dabei mit einem scherzhaften Kommentar für Aufsehen. In seiner Netflix-Show "The Rest is Football" nahm der frühere englische Nationalstürmer den deutschen Trainer auf die Schippe.
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Lineker macht sich über Tuchel lustig
"Ich frage mich nur, ob Thomas Tuchel so etwas wie ein deutscher Spion ist – ob wir von Deutschland unterwandert wurden. Ich denke das, weil die Deutschen im Moment selbst nicht besonders gut sind, sie kommen nicht einmal über die Gruppenphase hinaus. Also haben sie vielleicht jemanden eingeschleust", sagte Lineker mit einem Augenzwinkern.
Der ehemalige Weltklassestürmer stellte anschließend klar, dass der Spruch nicht ernst gemeint gewesen sei. Gleichzeitig übte er aber deutliche Kritik an Tuchels taktischer Ausrichtung im Halbfinale gegen Argentinien. England hatte nach dem Führungstreffer von Anthony Gordon in der 55. Minute zunehmend die Kontrolle verloren. Die Three Lions zogen sich tief zurück, ehe Enzo Fernández in der 85. Minute ausglich und Lautaro Martínez in der Nachspielzeit den Siegtreffer für Argentinien erzielte.
Lineker erinnerte dabei an Tuchels Aussagen nach dem WM-Auftakt gegen Kroatien. "Nach dem Kroatien-Spiel hat er doch gesagt: 'Wenn wir verlieren, dann verlieren wir, weil wir aggressiven, offensiven Fußball spielen.' Und dann hat er genau das Gegenteil gemacht, oder nicht?"
Die Entscheidung, gegen Lionel Messi und Argentinien auf eine tief stehende Defensive zu setzen, bezeichnete Lineker als "absolut unbegreiflich".
In ein ähnliches Horn stieß auch Stürmerlegende Alan Shearer: "Es ist etwas anderes, sich gegen Norwegen oder Mexiko zu behaupten. Ihnen fehlt die Qualität, die diese argentinische Mannschaft besitzt – sowohl was die spielerischen Fähigkeiten am Ball angeht als auch die Fähigkeit, den Gegner eiskalt zu bestrafen. Tuchel hat seine Karten sehr, sehr früh ausgespielt – und das ist nach hinten losgegangen.
Experten uneinig über Tuchels Zukunft
Auch die Frage nach Tuchels Zukunft sorgte in der Runde für unterschiedliche Einschätzungen. Der Vertrag des deutschen Trainers läuft nach seiner Verlängerung Anfang des Jahres bis zur Heim-EM 2028. Der frühere englische Nationalspieler Joe Cole äußerte Zweifel an der Zusammenarbeit mit einem deutschen Trainer. "Ich habe mich nie mit einem deutschen Trainer für England wohlgefühlt", so Cole.
Der Weltmeister von 1966 müsse aus seiner Sicht "in der Lage sein, dass ein englischer Trainer England trainiert". Zwar betonte Cole seinen Respekt vor Tuchel, bezeichnete die Vertragsverlängerung aber als "verrückt". "Ihm den Vertrag zu verlängern, wenn er noch nicht das geliefert hat, weshalb er geholt wurde, war verrückt."
Deutlich mehr Rückhalt bekam Tuchel von Patrick Vieira. Der französische Weltmeister von 1998 sprach sich gegen eine vorzeitige Trennung aus und verwies auf die kurze Zeit, die der Coach bislang mit der Mannschaft gearbeitet hat. "Ich finde, es wäre irre, ihn zu feuern und den Trainer zu wechseln. Das war sein erstes großes Turnier", sagte Vieira.
Zwar könne er die Enttäuschung nach einem solchen Ausscheiden nachvollziehen, dennoch müsse man Tuchel die Möglichkeit geben, sich weiter zu beweisen. "Man muss ihm zumindest die EM geben, um zu sehen, wie weit es gehen kann", erklärte Vieira.
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